07.07.2007
"Kölnarena", Köln, Deutschland
IBF/IBO Schwergewichtstitel
Wladimir Klitschko TKO 2 Ray Austin
In der ausverkauften Kölnarena besiegt Wladimir Klitschko seinen Rivalen Lamon Brewster und bleibt somit Weltmeister im Schwergewicht. Nach sechs sehr von Klitschko dominierten Runden bricht Lamons Trainer Buddy McGirt den Kampf ab.
Als Wladimir in den Ring steigt, ist sein Gesichtsausdruck ernst. Er ist fest entschlossen den Mann zu besiegen, der im Jahre 2004 sein Ansehen als Boxer befleckt hat. Wladimir steht ganz ruhig und konzentriert im Ring, während Lamon Brewster von einer Ecke zur anderen tänzelt und in regelmäßigen Abständen angriffslustige Blicke auf den 17 cm größeren Klitschko wirft. Vitali steht hinter Wladimir und massiert mit der rechten Hand die Schulter seines jüngeren Bruders, während Lamon dem Publikum vorgestellt wird. Wladimir scheint von der fürsorglichen Geste seines Bruders kaum Notiz zu nehmen. Er ist absolut fokussiert auf Lamon Brewster. Beim offiziellen Wiegen am Tag zuvor hatte Brewster noch einen Vollbart getragen, aber zum Kampf tritt er nun ohne ihn an. Die Glocke ertönt zur ersten Runde und die beiden Boxer stürmen aufeinander zu. Der Champion kämpft selbstbewusst und kontrolliert. Bereits in den ersten Runden zeichnet sich die Entwicklung des Kampfes ab. Wladimir trifft Lamon immer wieder mit seiner Linken. Brewster reagiert mit aggressiven Offensiven und versucht Wladimir zu treffen. Immer öfter wird Brewster getroffen und kann sich nur noch durch Clinchen aus der Misere bringen. Er greift an, aber seine Schläge erscheinen kraftlos und sein Jab ist viel zu weit unten, um Wladimir ernsthaft zu verletzen. Lamons Deckung ist schwach und Wladimir kann immer wieder mit seiner Linken ungebremst auf Lamons Schädel eindreschen. Lamon beweißt ein starkes Kinn und bleibt standhaft, obwohl Klitschkos Jab gnadenlos auf ihn einprasselt. Teilweise erscheint es so, als ob Lamons ganzer Körper gegen Wladimirs linken Jab kämpft. Die Überlegenheit von Klitschko wird nach jedem Gong zum Rundenende durch jubelnden Beifall der Menge bestätigt. In der sechsten Runde lässt ein kurzes Aufleben von Brewster die Fans aufschreien. Die Menge tobt. Lamon kämpft angeheizt durch die Schreie seiner Ecke mit vollem Herzen und vollem Körpereinsatz. Ein donnernder Jab von Wladimir lässt ihn kurz zu Boden sinken. Die Runde endet mit einem heftigen Schlagabtausch. Als Wladimir sich nach dem Gong zur siebten Runde erhebt, wirft Lamons Trainer Buddy McGirt das Handtuch. Der Kampf ist vorbei. Es dauert einige Sekunden, bis die Menge die Entscheidung realisiert. Ein ohrenbetäubendes Pfeifen geht durch die Kölnarena. Buhrufe begleiten das Kurzinterview mit Lamon Brewster in der Ringecke. "Wladimir war heute einfach der bessere Mann", sagt Lamon."Ich akzeptiere die Entscheidung meines Trainers. Von außerhalb des Rings kann er die Situation viel besser einschätzen, als ich es kann." Wladimir hat sich erfolgreich gerächt.
10.03.2007
"SAP-Arena", Mannheim, Deutschland
IBF/IBO Schwergewichtstitel
Wladimir Klitschko TKO 2 Ray Austin
Schon die erste Runde verdeutlichte die unterschiedlichen Kampfstile der beiden Kontrahenten. Während der langsam und tapsig agierende Austin versuchte, mit Jabs unter der Führhand Wladimirs hindurch dessen Kopf zu erreichen, wich der brillante Techniker Wladimir den Schlägen geschickt aus und konterte mit blitzartigen linken Geraden, die vorerst aber nur die Deckung des Herausforderers trafen. Dies setzte sich im weiteren Verlauf der ersten Runde fort, ohne dass es zu wesentlichen Punkttreffern auf beiden Seiten kam. Vor allem der befürchtete überfallartige Angriff Austins blieb aus.
Die zweite Runde begann wie die erste mit den wirkungslosen Versuchen Austins, leicht abgeduckt seine linke Gerade zu Wladimirs Kopf durchzubringen. Dies lie&szling; sich Wladimir nicht lange bieten, denn er antwortete mit einer Serie von drei blitzartigen linken Jabs, die auch Rays Kinn trafen. Dies war als Vorbereitung für eine gewaltige rechte Gerade gedacht, die aber Ray noch rechtzeitig kommen sah. Dennoch war dies der Anfang vom Ende: Als sich Ray mit der Ausweichbewegung nach rechts abduckte, öffnete er eine Lücke in seiner Deckung, die Wladimir sofort nutzte. Mit einer Serie von fünf schnell nacheinander geschlagenen linken Haken traf Wladimir den Herausforderer voll am Kopf. Der fünfte verfehlte bereits den nach vorne fallenden Austin, der sich noch an den Ringseilen festzuhalten versuchte. Austin landete auf dem Bauch und blickt benommen und ungläubig zum in die neutrale Ecke geschickten Titelverteidiger. Der Ringrichter zählte Austin bis acht an und brach, obwohl dieser noch einmal auf die Beine kam, den Kampf endgültig ab. Die Uhr zeigte gerade 1:27 Minuten, als das vorzeitige Ende der Titelverteidigung feststand.
Unter dem Jubel der Zuschauer wurde das offizielle Urteil TKO 2 verkündet und Wladimir zum wiederholten Mal mit den Weltmeistergürteln geschmückt. Während Wladimir und auch sein überglücklicher Bruder sofort im Ring Interviews gaben, trollten sich Austin und sein Team, dabei auch der kleinlaut gewordene Don King, der inzwischen seine Fähnchen eingerollt hatte, aus dem Ring. Der schlechten Stil des King-Clans zeigte sich auch darin, dass keiner davon bereit war, zur der anschlie&szling;enden Pressekonferenz zu erscheinen und sich den Fragen der Medien zu stellen.