11.12.2004
Mandalay Bay, Las Vegas, NV, USA
Titels des WBC im Schwergewicht
Vitali Klitschko TKO 8 Danny
Williams
Bereits zu Beginn ihres Kampfes kristallisierte sich heraus,
wie gut Danny Williams auf seinen Kontrahenten Vitali Klitschko vorbereitet
war.
Vitali hatte bereits 34 Profi-Kämpfe bestritten, als er am 11.
Dezember gegen den Briten in den Ring stieg.
Selbstverständlich hatte das Team von Williams alle
vorhergehenden Kämpfe von Vitali genauestens unter die Lupe genommen
und analysiert,
um ihren Boxer optimal auf den riesigen Ukrainer vorzubereiten.
Allerdings scheint Williams übersehen zu haben, dass man mit dem Kopf
denkt und nicht mit dem Kinn.
Vitali verbrachte einen Großteil seiner Trainingsvorbereitungen mit
seinem ersten Trainer Wladimir Zolotaryov,
der ihn bereits in der Amateurliga gecoacht hatte.
Sie arbeiteten nicht nur an Vitalis Stärke, sondern auch an diversen
Angriffs- und Verteidigungstechniken.
Wie man sich geschickt im Ring bewegt und dabei seinen Gegner verwirrt,
war ebenso ausschlaggebender Teil der Kampfvorbereitung wie die effektive
Benutzung der Seile.
Ausserdem arbeitete Vitali an seinem Uppercut, der zu einer vernichtenden
Waffe wurde.
Williams war darauf vorbereitet, dass Vitali, wie schon in seinen
Kämpfen zuvor,
aufrecht stehen und von sicherer Entfernung seine Schläge abfeuern
würde.
Wenn man ihn angreift und unter Druck setzt, weicht er automatisch
zurück, um seinen Sicherheitsabstand zu bewahren.
Durch seine enorme Reichweite ist es schwer ihn zu treffen.
Daher startete Williams gleich mit einer Attacke in Richtung Vitalis Kinn,
damit er in dem Moment,
wenn Vitali sich zurückbewegt, diesen auskontern kännte.
Was er dabei vergass war, dass Vitali nicht nur der stärkste sondern
auch der intelligenteste
Boxer der Welt ist.
Vitali war auf einen solchen Angriff gefasst.
Er konterte schnell und schlug Williams 40 Sekunden vor dem Ende der ersten
Runde mit einer gerade durchgezogenen Rechten gefolgt von zwei linken Haken
nieder.
Das war der Anfang vom Ende für Danny Williams.
Später stellte sich heraus, dass Williams offensichtlich ein Problem
mit der simultanen Koordination von
beiden Händen und Beinen hatte. So sehr er sich auch anstrengte, er
brachte es nicht fertig einen Punch zu landen,
während er sich bewegte.
Er musste also tatsächlich stehen bleiben, um einen kräftigen
Punch durchzuziehen.
Und in dem Moment in dem er stehen blieb, gab er natürlich ein
leichtes Ziel für
Vitalis Distanz-Schläge ab.
Einige Sekunden vor dem Ende der dritten Runde ging Williams ein zweites Mal
zu Boden.
Er wurde von Vitalis Linker agbefangen, als er gerade versuchte einen
eigenen Angriff zu starten.
Daraufhin stürmte Danny Williams, bereits sichtlich mitgenommen, auf
Vitali ein, nur mit dem Ziel
und seiner noch einzigen Chance, einen "Lucky Punch" zu landen und den
Kampf auf diesem
Wege für sich zu entscheiden.
Während Danny weiter auf diesen einen Punch wartete, fuhr Vitali damit
fort, den Kampf geschickt
zu kontrollieren und Danny weiter hart zu bearbeiten. Zu Beginn der letzten
Minute der siebten Runde war es um
Danny wieder geschehen, ein harter Schlag schickte Ihn auf die Bretter. Das
Einzige, was Williams am Leben hielt,
war sein Kinn. Dannys starkes, widerstandsfähiges Kinn, das ihn wacker
am Kämpfen hielt,
konnte aber leider nicht denken und es war für Williams zu spät,
um seine Kampftaktik zu ändern,
die darin bestand einfach durchzuhalten.
Erst in der achten Runde wurde er erläst. Nach einer Minute und 40
Sekunden stand Danny im Ring und hatte
sichtlich keinen überblick mehr wo Vitali sich befand. In diesem Zuge
traf ihn Vitali unvorbereitet mit
zwei Uppercuts. Williams steht benommen mit erhobenem Kopf an der Stelle.
Seine Arme hängen nach unten.
Er ist das perfekte Ziel für Vitali. Mit einem harten Jab und einer
geraden Rechten beendet Vitali seine Attacke.
Drei Sekunden nachdem Vitali seinen Angriff begonnen hatte,
liegt Williams auf dem Ringboden unterhalb der Seile. Ringrichter Jay Nady
zählt ihn zum vierten Mal
im Verlauf des Kampfes an. Auch diesmal kann er sich beim zweiten Versuch
noch selbst aufrichten und
steht auf den Füßen, als Nady gerade bis neun gezählt hat.
In seinem unglaublichen Kampfeswillen
signalisiert Danny, dass er weiter kämpfen kann, aber Jay Nady
entscheidet aus medizinischen Gründen,
den Kampf abzubrechen und Williams zu erläsen.
Der Kampf ist zu Ende und Vitali Sieger duch technischen KO in der 8. Runde.
Williams torkelt in seine Ecke und hat Mühe damit, das Gleichgewicht
zu halten.
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24.04.2004
"Staples Center", Los Angeles, CA, USA
Gewinn des vakanten WM Titels des WBC im Schwergewicht
Vitali Klitschko TKO 8 Corrie Sanders
24. April - Vitali Klitschko erringt seinen größten Triumph. Er
gewinnt den prestigeträchtigsten WM-Titel, den es im Boxen überhaupt
gibt. Im Staples Center von Los Angeles kämpft Vitali gegen den
Südafrikaner Corrie Sanders um den WM-Gürtel des World Boxing
Councils (WBC). In einem schweren Kampf über acht Runden gewinnt der
Ukrainer schließlich 14 Sekunden vor Ende der achten Runde durch
technischen K.O., als Ringrichter Jon Schorle den Kampf abbricht, weil Sanders
stehend K.O. ist und nur noch durch den Ring taumelt. Vitali gelingt damit
zugleich erfolgreich die Revanche für die Niederlage, die sein Bruder
Wladimir im März 2003 gegen den Südafrikaner erlitten hatte.
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