Es
gibt ein Zeugnis, dass das Boxen ungefähr im Jahre 1500 vor unserer
Zeitrechnung auf der Insel Krit existierte. Die gegenwärtigen Forschungen
erlauben auch zu behaupten, dass diese Art der Zweikämpfe schon viel
früher in Afrika bekannt war, besonders im Gebiet, das heute als
Äthiopien bekannt ist. Die zum Jahr 4000 vor unserer Zeitrechnung
gehörenden Hieroglyphenschriften zeugen über die Verbreitung dieser
Sportart innerhalb des ganzen Nil-Tals und Ägypten, nachdem Ägypten
Äthiopien eroberte.
Die
Verbreitung des Boxens folgte der Erweiterung der Ägyptischen Zivilisation
durch die Mittelmeerländer und Nahen Osten. Im Jahre 686 vor unserer
Zeitrechnung wurde das Boxen soweit entwickelt, dass es in die Olympische
Spiele eingeschlossen werden konnte. Doch als Boxen, wie wir es heute kennen,
war die Art der Zweikämpfe kompliziert zu nennen. Die Kämpfe wurden
im Freien durchgeführt, wo die Zuschauer auch die Grenzen des Platzes
waren, auf dem die Sportler kämpften. Der Kampf dauerte so lange, bis
einer der Teilnehmer nicht mehr imstande war den Kampf weiterzuführen.
Obwohl die ersten Boxer vor allem für den Ruhm kämpften, erhielt der
Sieger nichtsdestoweniger Gold, Vieh oder andere Trophäen.
Um
die Hände und Handgelenke zu schützen, beflechteten die Kämpfer
mit dünnen weichen Lederstreifen ihre Fäuste und manchmal auch zwei
Drittel von den Unterarmen. Zum 4. Jahrhundert v. u. Z. wurden die Streifen aus
mehr hartem Leder gemacht, und sie dienten nicht nur als Schutzmittel für
die Hände, sondern verwandelten sie in die Angriffswaffe. Später
wurden im Römischen Reich auf die Lederstreifen spezielle Kupfer- oder
Eisenauflagebleche aufgesetzt, um die Gladiatorkämpfe zu führen, die
gewöhnlich mit dem Tod eines der Kämpfenden endeten.
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Mit der Entwicklung des Christentums und dem Fall des Römischen Reiches
existierten die Faustkämpfe als Unterhaltung nicht mehr und wurden
für mehrere Jahrhunderte vergessen.
Ein
erstes formales Treffen wurde im Jahre 1681 in England registriert. Und seit
1698 wurden im Königstheater Londons regelmäßige
Boxwettkämpfe durchgeführt. Allmählich breitete sich London aus
und die Champions aus der Provinz kamen hierher, um den Ruhm, den Ruf und das
Geld in den Kämpfen zu gewinnen. Gerade diese Ursache diente als
Stoß der Entwicklung des Boxens, nämlich in London. In diesen
Kämpfen wurden die Vergütungen eines jeden von den Boxern vereinbart,
und auch Zinsen von den Einsätzen, die die Zuschauer machten. In diesen
Kämpfen schlugen sich die Ringer ohne Handschuhe und meistens ohne Regeln.
Es fehlten alle Gewichtsklassen, was nur einen Champion voraussetzte.
Selbstverständlich verloren die Leichtgewichtler sehr oft. Obwohl die
Runden auch bezeichnet wurden, dauerten aber die Kämpfe gewöhnlich
bis einer von den Rivalen nicht mehr imstande war, den Kampf
weiterzuführen. Es war nicht verboten, den Gegner auch nach seinem Fall zu
Boden, anzugreifen. So dauerte es bis Mitte 16. Jahrhundert.
Obwohl
das Boxen für außerhalb des Gesetzes stehend erklärt wurde,
wurde es sehr populär.
Im Jahre 1719 wurde der Liebling des Publikums und Sieger in vielen Kampfen
James Figg als Champion Englands ausgerufen und im Laufe von 15 Jahren trug er
diesen Titel. Einer der Schüler von James Figg, Jack Broughton, macht
einen Versuch den derzeit existierten Faustkampf in einen sportlichen Wettkampf
zu verwandeln.
Im Jahre 1743 schrieb Jack Broughton das erste Buch der Sportregeln. Diese
Regeln, natürlich mit kleinen Anderungen, benutzte man bis sie im Jahre
1838 wahrend der Durchfuhrung der "London Price Ring rules" auf eine
verbesserte Version geändert wurden. Broughton lehnte die Methoden, die
seine Vorgänger benutzten, ab (hauptsächlich die Methoden der
berauschten Schlägerei in der Kneipe), indem er den Vorzug dem Kampf
ausschließlich mit den Händen gab.
Während des Kampfes waren auch die Schläge unter die Gürtellinie
den Boxern verboten. Nach den Regeln von Broughton dauerte der Kampf bis einer
der Rivalen zu Boden fiel. Wenn im Laufe von 30 Sekunden der Versetzte nicht
zurück in den Ring ging und sich in einem Abstand von einem Yard zu seinem
Gegner stellte, galt er als besiegt. Es wurde verboten die Schlage dem Gegner
zu versetzen, nachdem er für besiegt erklärt wurde. Jack Broughton
wurde der "Vater des Boxens" genannt. Er eröffnete die Halle, in dem er
seine Schüler trainierte. Er hat auch die Mufflers erfunden, die Vorfahren
der modernen Boxhandschuhe, die die Hände und Gesicht der Boxer zu
schützen bestimmt waren.
Nachdem Jack Slack Broughton besiegt hatte, wurden die Meisterschaftskampfe
öfter und regelmäßiger durchgeführt. Das Boxen, als etwas
besonderes verlor seine Ausschließlichkeit, und Interesse für diese
Art der Zweikämpfe begann zu fallen, obwohl solche Boxer wie Daniel
Mendoza und John "Gentleman" Jackson einen außergewöhnlichen Erfolg
hatten.
Daniel Mendoza wog 160 Pfund (76 kg) und hatte eine mächtige und schnelle
Linke. Jackson, der Mendoza besiegt hatte, nahm die Veraänderungen in der
finanziellen Klassifikation der Preise vor, was dem Boxen das Aussehen der
Respektabilität gab. Im Jahre 1814 wurde in London ein Versuch gemacht,
die Durchführung der Boxmeisterschaften zu kontrollieren. Dafür wurde
ein Boxverband gegründet. Und im Jahre 1838 wurden von diesem Verband die
Regeln "London Prize Ring" akzeptiert, die für die Durchführung der
Kämpfe sowohl in England als auch in Amerika verwendet wurden. Diese
Regeln wurden zum ersten Mal im Jahre 1839 beachtet, als James "Deaf" Zamnet
den Titel des Champions von England im Kampf gegen Williams "Bendigo" Thompson
verlor.
Der Kämpf fand im Quadratring mit der Flache 24 Fuß (7.32 m2), der
mit zwei Seilen von vier Seiten begrenzt war, statt. Wenn einer der Boxer sich
zu Boden des Ringes niederließ, galt die Runde als beendet. In dieser
Zeit wurde dem Geschädigten Hilfe im Laufe von 30 Sekunden geleistet. Nach
30 Sekunden mußten die Gegner im Zentrum des Ringes gegeneinander Platz
nehmen und es begann die nächste Runde. Wenn im Laufe von 8
zusätzlichen Sekunden einer der Gegner nicht ins Zentrum des Ringes ging,
wurde er als besiegt erklärt. Im Ring waren das Streiten, das Schimpfen,
die Schläge mit Füssen und Kopf, und auch Schläge unter die
Gürtellinie verboten. Dies alles wurde als unzulässig während
des Kampfes erklärt.
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